Warmer Dezember und kalter Februar: Extremer Winter in Nordsee und Ostsee
Die Nordsee erreichte im Dezember, Januar und Februar durchschnittlich 7,7 °C – etwa 0,3 °C über dem langjährigen Mittel von 1996/97 bis 2020/21. Damit war der Winter 2025/26 der zehntwärmste seit Beginn der Datenreihe 1996/97. Im Verlauf des Winters traten jedoch starke Unterschiede auf.
Nordsee: Wärmster Dezember
Im Dezember erreichte die Nordsee mit 9,6 °C einen neuen Höchstwert. Flächendeckend lagen die Temperaturen deutlich über dem langjährigen Mittel. Im Übergangsbereich zur Ostsee war es sogar bis zu 2 °C wärmer als üblich.
Im Januar sanken die Temperaturen in der Nordsee auf durchschnittlich 7,5 °C - etwa 0,3 °C über dem langjährigen Mittel. Die nördliche Nordsee war wärmer als üblich, die südliche dagegen etwas kühler.
Im Februar lagen die Temperaturen bei durchschnittlich 5,9 °C in der Nordsee – etwa
0,5 °C unter dem langjährigen Mittel. Flächendeckend war es deutlich kälter als üblich, vor der deutschen Küste und rund um Dänemark war es sogar bis zu 2 °C kälter.
Ostsee: Drittwärmster Dezember
Die Ostsee erreichte im Winter durchschnittlich 3,3 °C – etwa 0,4 °C über dem langjährigen Mittel. Damit war es der elftwärmste Winter seit Beginn der Datenreihe 1996/97. Zentrale und nördliche Bereiche waren überdurchschnittlich warm, während der Südwesten, einschließlich der deutschen Gewässer, kälter als üblich war.
Der Dezember war mit durchschnittlich 6,1 °C der drittwärmste seit 1996/97 mit 1,5 °C über dem langjährigen Mittel. Im Januar fielen die Temperaturen auf 3 °C – etwa 0,5 °C über dem langjährigen Mittel.
Im Februar sanken die Temperaturen weiter auf 0,7 °C und lagen damit 0,6° °C unter dem langjährigen Mittel. Die Ostsee war flächendeckend kälter als üblich, besonders in den südlichen Gewässern und im Übergangsbereich zur Nordsee.
Wetterextreme beeinflussen Meere
„Der Winter 2025/2026 verdeutlicht, wie stark das Wetter die Meeresoberflächentemperatur kurzfristig beeinflusst, selbst in Zeiten der langfristigen Klimaerwärmung durch den Menschen“, erklärt Dr. Tim Kruschke, Leiter des Referats Marine Klimafragen am BSH.
Nach Höchstwerten im Dezember fielen die Temperaturen bis Februar deutlich unter den Durchschnitt. Hauptverantwortlich waren Südostwinde von Mitte Januar bis Mitte Februar, die kalte Luft aus Osteuropa brachten.
Stärkster Eiswinter seit 2010/2011
Der östliche Teil der deutschen Ostseeküste erlebte den längsten Eiswinter seit 15 Jahren. Anfang Januar bildeten sich große Eisflächen im Greifswalder Bodden und Stettiner Haff, die bis in den März hinein blieben. Anhaltender Ostwind und Frost schufen breite Eisbänder vor Usedoms und Rügens Ostküste. [...]
Weiter westlich trat Eis vor allem in geschützten Küstenbereichen auf, im Februar kurzzeitig auch in den Förden bis Flensburg. An der Nordseeküste entstanden vereinzelt Eisflächen im nördlichen Wattenmeer und auf der Elbe. Mit milderem Wetter Ende Februar schmolz das Eis schnell, außer in der östlichen Ostsee. Die Eissaison der gesamten Ostsee dauert noch bis Mai.
Langfristige Erwärmung durch Klimawandel
Das BSH überwacht wöchentlich die Oberflächentemperaturen von Nordsee und Ostsee mithilfe von Satellitendaten, Messstationen und Schiffsmessungen. Das Wintermittel 2025/26 wurde mit den Werten von 1996/97 bis 2020/21 verglichen.
Seit 1990 erhebt das BSH satellitenbasierte Tagesmittelwerte der Oberflächentemperaturen von Nordsee und Ostsee mit einer Auflösung von etwa 1,5 Kilometern – eine umfassende und nun frei verfügbare Datenreihe, die täglich aktualisiert wird.
Der DAS-Basisdienst „Klima und Wasser“, betrieben vom BSH und anderen Bundesbehörden im Rahmen der Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel (DAS), zeigt: Nordsee und Ostsee erwärmen sich langfristig aufgrund des Klimawandels.
(PM BSH, gek.)