Wissens- und Erfahrungsaustausch in Südschweden

Wie können Schutzgebiete, Tourismusakteure und lokale Gemeinschaften voneinander lernen und gemeinsam nachhaltige Lösungsansätze entwickeln? Dieser Frage widmete sich der Study Visit des Interreg South Baltic Projekts SB MANTA, der die Projektpartner, assoziierte Partner und weitere Stakeholder in der vergangenen Woche nach Südschweden führte. Im Mittelpunkt des dreitägigen Besuchs standen der internationale Wissens- und Erfahrungsaustausch sowie die Frage, wie sich Naturschutz, nachhaltige touristische Nutzung und die Einbindung von Besuchenden und lokalen Gemeinschaften miteinander vereinbaren lassen.

Den Auftakt bildete der Besuch des Söderåsen Nationalparks, der insbesondere für seine eindrucksvolle Geologie, tief eingeschnittenen Schluchten und alten Buchenwälder bekannt ist. Die besondere Landschaft wurde durch geologische Prozesse während der Eiszeiten geprägt und macht das Gebiet zu einem bedeutenden Natur- und Erholungsraum. Nach einer ausführlichen Vorstellung des Nationalparks erhielten die Teilnehmenden Gelegenheit, die Landschaft selbst zu erkunden und die Ausstellung des Informationszentrums kennenzulernen. Der Besuch bot zahlreiche Anknüpfungspunkte für fachliche Diskussionen: Neben Fragen des Schutzgebietsmanagements und der Umweltbildung ging es insbesondere um Möglichkeiten, Besuchende aktiv in Naturschutzaktivitäten einzubeziehen und für die Besonderheiten des Schutzgebietes zu sensibilisieren. Ergänzt wurde das Programm durch eine Vorstellung des SB MANTA Projekts sowie einen Beitrag zum Konzept des Kiviks Museum.

Anschließend führte das Programm zum Immeln-See. Die Teilnehmenden erhielten dort Einblicke in die Herausforderungen einer nachhaltigen Entwicklung des Kanutourismus. Dabei wurde deutlich, wie wichtig es ist, touristische Angebote mit den Anforderungen des Natur- und Landschaftsschutzes in Einklang zu bringen. Bei einer anschließenden geführten Kanutour konnten die Teilnehmenden selbst die Region vom Wasser aus erleben und mehr über das Zusammenspiel von Natur, Tourismus und regionaler Entwicklung rund um den Immeln-See erfahren.

Am letzten Tag stand das UNESCO-Biosphärenreservat Kristianstads Vattenrike auf dem Programm. In verschiedenen Beiträgen wurden Ansätze zur Einbindung der lokalen Bevölkerung sowie Möglichkeiten zur Beteiligung von Touristen an Aktivitäten im Schutzgebiet vorgestellt. Eine Führung durch das Biosphärenreservat und die dazugehörige Ausstellung rundeten den Besuch ab. Neben den fachlichen Einblicken wurde dabei insbesondere deutlich, welche Bedeutung die Zusammenarbeit mit lokalen Akteuren und der Bevölkerung für eine nachhaltige Entwicklung von Schutzgebieten hat. Zum Abschluss des Study Visits kam das SB MANTA Projektteam zu einem Partnertreffen zusammen, um die nächsten Schritte und anstehenden Aufgaben für das abschließende Projektjahr zu besprechen. Der Study Visit bot allen Beteiligten wertvolle Einblicke in unterschiedliche Ansätze des Schutzgebietsmanagements und der nachhaltigen Tourismusentwicklung. Gleichzeitig wurde deutlich, wie wichtig der grenzüberschreitende Austausch ist, um Erfahrungen zu teilen, neue Perspektiven kennenzulernen und voneinander zu lernen.

Der Study Visit fand im Rahmen des Interreg South Baltic Projekts SB MANTA statt, das sich mit der Entwicklung nachhaltiger Freiwilligenangebote in Küstenschutzgebieten des südlichen Ostseeraums beschäftigt. Ziel ist es, Naturschutz und touristische Entwicklung miteinander zu verbinden und neue Möglichkeiten für eine aktive Beteiligung von Besuchenden an der Pflege und dem Erhalt von Natur- und Kulturlandschaften zu schaffen.

Gefördert wird SB MANTA durch den Europäischen Fond für Regionale Entwicklung (EFRE) unter dem Interreg South Baltic Programm 2021 – 2027; Projektzeitraum: 07/2024 – 06/2027.

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